The Main Characters: Das Entstehen einer Romanfigur Teil 2

Screenshot_20190710-151845__01.jpg

Im ersten Teil gab es eine Checkliste die man abarbeiten konnte um einen Charakter zu entwickeln. Doch wie setzte ich jetzt nun die ganzen Dinge richtig zusammen? Wie entsteht dadurch ein toller Charakter?


Ganz einfach ich zeige es dir mit Beispielen.

Physische Ebene:
– Alter, Gewicht und Größe kannst du nach Belieben auswählen.
– Hautfarbe (karamellfarbend, weiß, braungebrannt, blass, gelblich, grünstichig..)
– Gesichtsform (Oval, rund, eckig, markant, eiförmig…)
– Haarfarbe – und länge (braun, schwarz, blond, rot, grün, lila, lang, kurz…)
– Augenfarbe (braun, blau, schwarz, grün..)
– Körper (muskulös, kurvig, schlank, dünn, ausgehungert…)
– Merkmal (Brille, Narbe, Muttermal, Kette, Tattoos, Kopfbedeckung…)
– Gestik & Mimik (wildes herum gestikulieren, ruhig; gestikuliert wenig, vieles zwinkern, Augenbrauen hochziehen…)
– Kleidung (Casual, Rockig, Sportlich, Maskulin, Weiblich…)
– Accessoires (Schmuck, Taschen, Hüte…)
– Gesundheitszustand (gesund oder krank)

Was sagen mir jetzt diese ganzen Aufzählungen und wie verpacke ich sie?

Beispiel 1
Sie saß da mit ihren langen Modelbeinen, die sie sorgfältig übereinander geschlagen hatte und schaute mich mit einem gefassten und ruhigen Blick an. Ihre grünen Augen funkeln mich nahezu freundlich an. Das braune Haar, welches sie in einem hohen Dutt trug, passte zu ihrem karamell-farbenden Teint hervorragend. Sie hatte edel aussehende Ohrringe an, die von weißen Edelsteinen versehen waren und ihr schmaler Hals war ebenfalls von einem edel aussenden Collier geschmückt gewesen, was diese Frau noch hübscher erscheinen ließ, als sie eigentlich schon war. Ihre perfekt geschminkten roten Lippen, hatte sie zu einem kleinen und freundlichen Lächeln verzogen. Sie hatte ein rotes Oberteil an, welches zum einen ihre schlanke Figur betonte und dann auch noch ebenfalls zu ihrem Lippenstift passte. Die schwarze enge Hose, die ihre schlanken Modelbeine schön zur Geltung brachten, saß an ihr wie angegossen. Da sie an sich schon eine große Frau war, trug sie auch noch schwarze Schuhe mit Absätzen, wodurch sie auf mich wie ein wunderschöner Riese wirkte.

Beispiel 2
Ich öffnete die Tür und ein Mann ungefähr in meinem Alter, wenn nicht sogar ein zwei Jahre älter als ich, stand da. Er hatte seine dunklen Augenbrauen wütend zusammen gezogen, sodass sich eine kleine Falte zwischen denen gebildet hatte und die Zähne fest zusammen gebissen, sodass seine Unterkiefermuskeln klar hervorstachen. Er hatte im allgemein ein sehr markantes und männliches Gesicht. Blaue stechende Augen, braune Haare und eine braun gebrannte Haut, die mich irgendwie an Karamell erinnerte. Ich musterte ihn unauffällig weiter. Seine Oberlippe zierte eine kleine und unscheinbare Narbe, erst bei genauerem hingucken, merkte man sie. Er war vor allem sehr athletisch gebaut und trug ein weißes Hemd, dessen Ärmel er sich hochgekrempelt hatte. Ich vernahm auch einige Narben an seinen Armen.

Eine Mischung aus Interpretation, gesehenem und Wirkung. Um bildlich zuschreiben, damit sich der Leser deine Figur im Kopf vorstellen kann, ist es vom Vorteil deine Figuren detailliert zu beschreiben. Es muss nicht unbedingt beim ersten treffen sein, es kann auch irgendwann im Laufe der Geschichte passieren, doch ist eine Beschreibung vom gesehenen durch aus wichtig. Ein kleines extra ist wenn man das gesehene interpretiert, hinterfragt oder auch mit Metaphern belegt um den Text somit flüssiger und auch abwechslungsreicher zu machen.

 


 

Soziale Ebene:
– Bildungshintergrund (sprachlich, kulturell)
– Beruf
– Schule
– Finanzielle Lage (reich, arm, mittelständig..)
– Wohnen & Einrichtung (Haus, Wohnung, Appartement, luxuriös, wenig Möbel, viel Schnick Schnack…)
– Freundeskreis (viele Freunde, wenig Freunde, falsche Freunde, echte Freunde…)
– Familiäre Situation (geschieden, ledig, verheiratet, verwitwet…)
– Sprache der Figur ( Jugendsprache, gehobene Sprache, Akzent)

Ein konkretes Beispiel kann man zur Sozialen Ebene nicht unbedingt geben, denn die Soziale ebene ist ein Teil der nebensächlich in der Geschichte erwähnt wird. Im Laufe der Geschichte ist es die Aufgabe des Autors dem Leser zu übermitteln ob der Charakter einsam ist oder viele Freunde besitzt, doch in Wirklichkeit keinen einzigen aufrichtigen.

 


 

Psychische Ebene:
– Persönlichkeit (emotional, optimistisch, herrschsüchtig, offen…)
– Ängste (Allein sein, Versagen, nicht genug zu sein…)
– Träume / Sehnsüchte / Hoffnung (Auswandern, familiäre Sicherheit…)
– Geheimnisse (Mord, in jemanden verliebt sein, Affäre…)
– Traumata (Mord, Vergewaltigung…)
– Kindheit (schöne, schlechte, liebevoll, kalt…)
– Leistungen / Events (Wettbewerbe, Geburt von Geschwistern/ eigenes Kind, Taufe…)
– Extrovertiert oder introvertiert
– (Dominierende) Leidenschaft (Musik, Tanzen, Singen….)

Erst im Verlauf der Geschichte erfährt man wie die Hauptfigur ist, wie er auf Situation reagiert. Ob er unglaublich eifersüchtig ist oder Albträume wegen eines Mordes den er begann hat, erleidet. Ob er gefühlskalt gegenüber anderen Mensch ist oder vielleicht doch viel zu emotional handelt. Das sind lediglich Anregungen und Vorstellungen, wie der Charakter sein soll, doch die Kunst besteht darin, diesen Charakter auch so handeln zu lassen, sodass der Leser dann auch wirklich seine Absichten versteht. Das man als Leser einschätzen kann wie er ist und ob man die Hauptfigur durch seine Charakterzüge mag oder nicht.


 

Schritt 2: Auftritt in der Geschichte
– Stärken / Fähigkeiten (herzlich, optimistisch, vertrauensvoll, mitfühlend, hilfsbereit…)
– Schwächen / Unfähigkeiten (zynisch, schnell reizbar, selbstbezogen…)
– Want (Ziel) (Ziel in der Geschichte: Welt retten, perfekten Auftritt hinlegen…)
– Need (Bedürfnis) (Bedürfnis der Romanfigur: Familie gründen, Sicherheit….)
– Story Rolle
– Erster Eindruck
– Wirklichkeit
– Konflikt (kann sogar ein innerer Konflikt sein)
– Absicht (in der Geschichte)

Der Auftritt deines Charakters wirkt sich auf die ganze Geschichte aus. Vor allem Punkte wie das Want und das Need oder aber auch der Konflikt sind wichtige Punkte. Es sind Meilensteine für deine Geschichte und ohne die wird sie keinen Sinn ergeben. Es ist praktisch wie im echten Leben, jeder Mensch hat ein Ziel was er erreichen will und ein Bedürfnis was gestillt werden will. Sei es sich eine besser bezahlte Stelle zu erarbeiten oder auch einfach das Bedürfnis nach einer Familie zu stillen. Auch Schwächen und Stärken gehören dazu um einen Charakter wirklich menschlich zu machen, ihn absichtlich mit einigen Fehlern zu kreieren, denn niemand ist bekanntlich fehlerlos. Und vor allem hier kann man genauso die Stärken und Schwächen im Laufe der Geschichte durchsickern lassen, sie umschreiben und nicht namentlich nennen.

 

4 Antworten auf „The Main Characters: Das Entstehen einer Romanfigur Teil 2

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s