Ein milder Wintertag by Annette von Droste-Hülshoff

An jenes Waldes Enden,
wo still der Weiher liegt
und längs den Fichtenwänden
sich lind Gemurmel wiegt;

wo in der Sonnenhelle,
so matt und kalt sie ist,
doch immerfort die Welle
das Ufer flimmernd küsst.

Wenn ich den Mantel dichte
nun legen übers Moos,
mich lehnen an die Fichte
und dann auf meinem Schoß.

Gezweig‘ und Kräuter breiten,
so gut ich’s finden mag:
Wer will mir’s übel deuten,
spiel ich den Sommertag?

Und hat Natur zum Feste
nur wenig dargebracht:
Die Luft ist stets die beste,
die man sich selber macht

An einem Sonnenmorgen – Theodor Fontane

An einem Sommermorgen
da nimm den Wanderstab,
es fallen deine Sorgen
wie Nebel von dir ab.

Des Himmels heitre Bläue
lacht dir ins Herz hinein
und schließt, wie Gottes Treue,
mit seinem Dach dich ein.

Rings Blüten nur und Triebe
und Halme von Segen schwer,
dir ist, als zöge die Liebe
des Weges nebenher.

So heimisch alles klingt
als wie im Vaterhaus,
und über die Lerchen schwingt
die Seele sich hinaus.

Sommer by Ludwig Strunz

Passend zur Hitze ein kleines Gedicht zum Sommer.

So wohlig warm die Sonne scheint
Vom Himmel blau und weiß
Kein trübes Wölkchen Regen weint
Es ist heut ganz schön heiß.

So zeigt der Sommer sich nun endlich
Gewartet haben wir lang auf ihn
Auch wenn die Hitze ist befremdlich
Und uns so manchmal zwingt auf Knien.

Die Wärme lasst uns still genießen
Auf lebt der Geist voll Lebenslust
Verbrannte Erde lasst uns gießen
Damit die Schönheit nicht wird zum Frust

So wärmt die Sonne uns’re Seelen
Wir freuen uns an der Natur
Nun müssen wir uns nicht mehr quälen
Nur noch genießen das Leben pur.